Hans-Werner Apel

Theorbe / Laute / Barockgitarre


Hans-Werner Apel

Siegfried Behrend spielt alte Gitarrenmusik - Roncalli, de Visée... Das habe ich als Jugendlicher zufällig aus dem Plattenschrank meiner Eltern gezogen. Es war eigenartig - als ich die Musik hörte, war es um mich geschehen. Mir war sofort klar: Genau das mußt du machen…
…und nicht nur die immer gleich laute Rockmusik, mit der ich zuvor Jugendclubs und verrauchte Säle in Brandenburg beschallte.

Was mich damals von der Kraft Alter Musik erreicht hat, hat mich später immer wieder eingeholt – mit leuchtenden Augen habe ich die Marienvesper von Monteverdi zum ersten Mal gehört – so eine Wahnsinnsmusik. Dann gab es auch Begegnungen, die mich wach werden ließen, wie mit Hopkinson Smith.
Wolfgang Katschner habe ich während des Studiums in Ostberlin an der Hanns Eisler Hochschule kennengelernt und mit ihm zusammen viel Lautenmusik auf der Gitarre gespielt. Wir wollten sie dann endlich auch einmal auf Lauten spielen. Die waren ja damals kaum zu finden. So haben wir uns unsere ersten Instrumente im Vogtland bauen lassen. Und dann die lautten compagney gegründet als Dach für wechselnde, auch größere Besetzungen.

Bloß mit alten Instrumenten zu spielen, reicht natürlich nicht aus. Instrumente, Regeln und Quellen sind der Boden auf dem wir uns bewegen, aber: wir bewegen uns frei. Barockmusik kann ja auch ganz furchtbar sein. Man muß schon eine Sprache finden, die heutige Hörer erreicht. Mir ist der Sog dabei wichtig und wie er zustande kommt. Und mit der eigenen Band macht es, naja, besonders viel Spaß.

Die lautten compagney ist da wie ein Anzug, den man schon jahrelang hat und total gut findet: Der paßt einfach, wenn man ihn wieder anzieht und fühlt sich gut an. Das schafft Energie. Es ist immer toll, wenn Konzerte entstehen, wo auch ein bißchen die Luft brennt…


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