With Shakespeare in Love

Sonnets for the Dark Lady
Senta Berger rezitiert Shakespeare

Senta Berger, Rezitation

Benno Schachtner, Countertenor

lautten compagney BERLIN


Sonette von William Shakespeare

Musik von Henry Purcell, John Dowland, Robert Johnson, Matthew Locke u.a.

 

»My music« nennt Shakespeare seine »Dark Lady« in einem der ihr gewidmeten Sonette. Mehr noch: Die mysteriöse Dame musiziert auch selbst und der Liebende beneidet die Tasten, die beim Spielen ihre Hände küssen dürfen ... Auch in Shakespeares Bühnenstücken gehen Liebe und Musik oft Hand in Hand, und das keineswegs nur metaphorisch: Denn Songs, Tänze und sonstige musikalische Einlagen waren ein unverzichtbares Element im Theater der Shakespeare-Zeit und machten eine Aufführung überhaupt erst vollständig. So zitiert Shakespeare in seinen Werken nicht nur gern alte Lieder und Balladen, sondern kam als Theatermacher vielfach mit der zeitgenössischen Musikszene in Kontakt. Was liegt da näher, als seine Sonette einzubetten in die Musikwelt seiner eigenen Zeit? Zumal die englische Musik unter der selbst musikliebenden und -kundigen Queen Elizabeth I. damals ein Goldenes Zeitalter erlebte und man wahrhaftig aus dem Vollen schöpfen kann.

Neben so überragenden Gestalten wie William Byrd und John Dowland gibt es hier viele weitere interessante Komponisten zu entdecken: Etwa Robert Johnson, der nachweislich Musik für einige Shakespeare-Stücke schrieb, John Danyel mit seinen raffinierten Lautenliedern, Thomas Morley, Thomas Campion und Philip Rosseter oder den Lautenisten John Johnson und den Gambenvirtuosen Tobias Hume, um nur einige zu nennen. Gerade das Lautenlied, das seit Dowland in England seine herrlichsten Blüten trieb, korrespondiert sowohl im Hinblick auf die poetisch reizvollen Texte wie auf Stimmung und Ausdruck ideal mit Shakespeares Sonetten, widmet es sich doch sehr intensiv und eindrücklich gerade auch den dunklen Seiten der Liebe und der menschlichen Existenz. Wenn eine Countertenor-Stimme diese Lieder vorträgt und eine weibliche Stimme die aus männlicher Sicht geschriebenen Gedichte spricht, wird zugleich das subtile Spiel mit den Geschlechterrollen aufgegriffen, das Shakespeare in seinen Komödien so gerne treibt – deren Frauenrollen im Elisabethanischen Theater ja noch dazu von Männern gespielt wurden!

Zum Countertenor gesellt sich ein sechsköpfiges Ensemble aus Zink, Violine, 2 Gamben, Theorbe, Laute und Gitarre, das den Sänger in wechselnder Besetzung begleitet und mit Instrumentalstücken eigene Akzente setzt. So fügen sich Musik und Worte zusammen zu einem Shakespeare-Abend, der den Hörer tief in Shakespeares Welt eintauchen und seine Dichtung um so intensiver erleben lässt – auf dass er am Ende wie Herzog Orsino in  »Was ihr wollt« sich wünschen möge: »If musick be the food of love – play on!«