Schütz: Musikalische Exequien

Passionskonzert mit amarcord

amarcordplus

lautten compagney BERLIN

Wolfgang Katschner, musikalische Leitung


Nacket bin ich von Mutterleibe kommen.
Nacket werde ich wiederum dahinfahren.


Lebenslust und Sterbekunst in der Musik des 17. und 18. Jahrhundert

 

Anders als in unserem heutigen Verständnis üblich war für die Menschen des 17. Jahrhunderts der Gedanke an die Endlichkeit des eigenen Daseins sehr vertraut und normal. Der Tod war gerade in den vom Erleben des dreißigjährigen Krieges geprägten Zeiten die selbstverständliche Entsprechung zum irdischen Dasein und hatte in einer von tiefer Religiosität geprägten Gesellschaft seinen allseits respektierten Platz.

Eine minutiöse Vorbereitung der persönlichen Trauerfeierlichkeiten, wie sie Heinrich Posthumus Reuß betrieb, stellt in ihrer Komplexität sicher etwas Besonderes dar, entsprach aber ansonsten dem gängigen Welt- und Glaubensbild. Reuß ließ sich zu Lebzeiten einen „insgeheim geschaffenen Sarg“ mit den Textanfängen  seiner zukünftigen Totenmesse gestalten und bestellte eine entsprechende Musik für seine Leichenfeier bei Heinrich Schütz, mit dem er gut bekannt war. Entstanden ist ein Werk, das in seiner Eindringlichkeit und Klangsinnlichkeit bis heute eine ungemein große Faszination auf den Hörenden ausübt. Diese Musikalischen Exequien stehen im Zentrum dieses Programms, dass weitere Werke, zum Teil ebenfalls für Trauerfeierlichkeiten komponiert, von J.S. Bach, Dietrich Buxtehude, Johann Rosenmüller und Michael Praetorius umfasst.