Die Konferenz der Vögel

Mit dem persischen Dichter Attar auf einer Reise zum eigenen Ich
Nach Texten des Dichters Fariduddin Attar (1136–1221), bearbeitet von Christian Filips und Mehdi Moradpour

Pegah Ferydoni, Rezitation & Gesang
Jawad Salkhordeh, Tonbak (persische Trommel) und Setar (persische Langhalslaute)
Alireza Mehdizadeh, Kamantsche
lautten compagney | Wolfgang Katschner auf historischen Instrumenten der Renaissance


»Diejenigen, die auf Äußerlichkeiten achten, sind in meinen Worten verloren,
Diejenigen, die nach dem Sinn suchen, sind die Teilhaber meiner Geheimnisse.«


Einer der größten Vertreter des Sufismus, Fariduddin Attar, ist im deutschsprachigen Raum immer noch weitgehend unbekannt. Dabei nimmt sein großes Epos Parlament der Vögel in der persischen Welt in etwa den Status von Dantes Göttliche Komödie in Europa ein. Im Zentrum der Handlung steht eine Pilgerfahrt ins Innere, die mit einem Gleichnis erzählt wird: Dreißig Vögel begeben sich auf die Suche nach Gott. Natürlich denken die Vögel, dass ihr Gott ein Vogel sein müsse. Sie nennen ihn den Simurghen. Als sie nach einer langen und beschwerlichen Reise durch die sieben Täler des Begehrens endlich bei ihrem Gott ankommen, da treffen sie auf nichts als Abbilder ihrer selbst. Die Reise hat nach innen geführt...
Die Berliner Spezialisten für Alte Musik haben gemeinsam mit der Schauspielerin und Sängerin Pegah Ferydoni und klassischen persischen Musikern einen deutsch-persischen Abend entwickelt, der sich einem der wichtigsten Texte der Weltliteratur widmet: dem Parlament der Vögel des Sufi-Dichters Fariduddin Attar aus dem 13. Jahrhundert. 
Eingerichtet, bearbeitet und übersetzt wird der historische Stoff von den beiden Berliner Autoren Christian Filips und Mehdi Moradpour. Für die musikalische Gestaltung zeichnet Wolfgang Katschner verantwortlich.
Das Publikum erwartet eine spannende musikalische Reise ins alte Persien: die wunderschönen, sehr musikalischen Verse des Sufi-Dichters Attar werden auf Deutsch und persisch gelesen und mit einer Rahmenhandlung für die Zuhörer ins Heute transportiert. Historische persische Instrumente wie die Oud (Knickhalslaute) treffen auf Instrumente der europäischen Renaissance. Ein arabischer Perkussionist spielt die Tonbak (Bechertrommel), die Daf (Schellentrommel), die Dhol (nur mit einem Fell bespannt Kesseltrommel) und die Zang (Glöckchen, Schellen oder Fingerzimbeln).
Der von Attar mitbegründete Sufismus gehört zu den aufgeklärten, mystischen, poetischen Tendenzen im Islam. Im deutschsprachigen Raum ist es vor allem Navid Kermani zu verdanken, dass er auf die große literarische Tradition des Sufismus aufmerksam gemacht hat. 
So unbekannt Attar einem größeren Publikum sein mag, die großen Dichter Europas hat er sehr beeinflusst. Dante übernahm von ihm die Stationen seiner Göttlichen Komödie, Goethe inspirierten die Vogelgespräche zu drei Liebesgedichten im Westöstlichen Divan, und auch Gustave Flaubert und Jorge Louis Borges gehörten zu den Attar-Verehrern.
In einer Zeit, in der man sehr viel vom Islam spricht, ohne seine Traditionen wirklich zu kennen, ist der lautten compagney an neuen Formen des Kultur- und Wissenstransfers gelegen. Dieses Programm wird Sie unterhalten und überraschen, aber auch historische Texte und Musiken zum Leben bringen, die zeigen, wie viele persische Quellen und Ideen bis heute im europäischen Kulturkreis wirksam sind.