Alles hat seine Zeit

Ein Passionskonzert mit Musik von J. S. Bach, J. G. Naumann und B. A. Zimmermann
mit der Sing-Akademie zu Berlin

Woran lässt sich das Vergehen der Zeit empfinden? Und gibt es ein zeitliches Empfinden von Ewigkeit? Ein „Gefühl fürs Unendliche“ (Schleiermacher), das im Musik-Hören besonders erfahrbar wird?
Solchen Fragen gehen die Sing-Akademie und die Lautten Compagney in ihrem diesjährigen Passionskonzert nach. Den Auftakt machen J.S. Bachs Motette „Komm Jesu, komm“ und die Einleitung aus Joseph Haydns „Sieben letzten Worten uns Herrn Erlösers am Kreuze“.
Im Mittelpunkt des Konzerts steht allerdings eine Entdeckung: Die selten zu hörende Passionskantate „Zeit und Ewigkeit“ von Johann Gottlieb Naumann, ein zu Unrecht vergessener frühklassischer Komponist, aus dessen Feder u.a. die erste schwedische Nationaloper „Gustav Wasa“ stammt.
Naumanns Arien-, Choral- und Fugenkunst steht im scharfen Kontrast zur seriellen Musik Bernd Alois Zimmermanns. In seiner Solo-Kantate OMNIA TEMPUS HABENT (entlang des Buchs Kohelet) entfaltet dieser vielleicht wichtigste Komponist der deutschen Nachkriegszeit die pluralistische Kompositionstechnik, um sich der „Kugelgestalt der Zeit“ musikalisch zu nähern.


PROGRAMM:

 

KOMM, JESU, KOMM (BWV 229)
Johann Sebastian Bach
Motette 

 

DIE SIEBEN LETZTEN WORTE UNSERES ERLÖSERS AM KREUZE

(L'INTRODUZIONE)
Joseph Haydn

 

OMNIA TEMPUS HABENT
für Solo-Sopran und 17 Instrumente
Bernd Alois Zimmermann

ZEIT UND EWIGKEIT
Johan Gottlieb Naumann
Kantate für Chor und Orchester

Sing-Akademie zu Berlin
lautten compagney BERLIN
Julia Giebel, Hilke Andersen, Benjamin Bruns, Nikolay Borchev

Leitung: Kai-Uwe Jirka