Maria XXX

ein Tanzoratorium von Heike Hennig


Im Zentrum des Tanzoratoriums steht die Jungfrau Maria. Zwischen der Lobgepriesenen und der Schmerzensreichen, zwischen Verehrung des Göttlichen und Verachtung des Leiblichen, zwischen der Heiligen und der Hure oszillieren bis heute unsere von Maria präfigurierten Weiblichkeitsbilder. Die Inszenierung verbindet Gesang und Musik, Tanz, Licht und Raum so, dass sie den Geist des Barock erkennen lässt, ihn aber in die Gegenwart transponiert: Alle – Musiker, Tänzer und Sänger – sind Teil einer physischen Regie. Marienkantaten und -arien von Georg Friedrich Händel und Alessandro Scarlatti in der Interpretation des Barockorchesters Lautten Compagney Berlin bilden das historisch-musikalische Tableau, das durch die Soundkünstlerin DJ CFM in einen elektronischen Klangraum transponiert wird. Die Bühnengestaltung spielt in ihrer Doppeldeutigkeit von göttlicher Verzückung und erotischer Ekstase eine zentrale Rolle: Die heilige Theresia von Bernini gilt als Beispiel für die im Barock formulierte Verwandtschaft von Religiosität, Wollust und Grausamkeit. Durch starke Aufpixelung des Bildes erinnert es an die heutige Unkenntlichmachung von Tätern und Opfern im medialen Bereich oder an pornographische Maskierungen.


Musik, Arien, Sounds

Marienarien von Georg Friedrich Händel und Alessandro Scarlatti. Elektronische bearbeitete Musik und Sounds von Cornelia Friederike Müller

Inszenierung

Musikauswahl, Choreographie & Regie:
Heike Hennig
Musikalische Leitung: Wolfgang Katschner
Dramaturgie: Dr. Jochen Kiefer
Bühne: Noriko und Felix Minkus
Kostüme: Min Stiller

Besetzung

3 Sänger- und 7 Tänzersolisten von Heike Hennig & Co und 12 Musiker der Lautten Compagney Berlin
DJ: cfm


Koproduktion (2010) mit den Händelfestspielen Halle und dem Neuen Theater Halle

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes



Maria XXX - ein Tanzoratorium