War & Peace 1618:1918

Immer wieder begeistert das Berliner Originalklang-Ensemble lautten compagney mit einzigartigen Programmen für ihre beeindruckenden und vielfach ausgezeichneten Aufnahmen. Nachdem sie bei »Timeless« Musik von Tarquinio Merula und Philip Glass und bei »Misterio« Werke von Biber und Piazzolla genial miteinander verbunden haben, ist auch ihr neues Album mit der herausragenden Sopranistin Dorothee Mields ein genialer Wurf. Thema von »War & Peace« ist die musikalische Verarbeitung von Krieg und Frieden. Dabei wird entdeckenswerte Musik zweier unterschiedlicher Epochen genial kombiniert und ein spannungsvoller Bogen vom Dreißigjährigen Krieg bis in die Zeit nach dem Ende des 1. Weltkriegs geschlagen. Vier Kapitel umfasst »War & Peace«, die musikalisch vom Lebensgefühl der jeweiligen, von Krieg und Zerstörung gebeutelten Epochen erzählen. Dabei spiegeln sich diese, mit »Angst«, »Katastrophe«, »Vergänglichkeit« und »Sehnsucht« überschriebenen Abschnitte, in den ausgewählten Liedern und Songs aus dem frühen 17. und frühen 20. Jahrhundert wider. Es wechseln sich Klagegesänge, aber auch Instrumentalstücke etwa der großen Barockkomponisten Heinrich Schütz, Andreas Hammerschmidt und Samuel Scheidt mit eher leichteren, dennoch melancholischen Liedern von Friedrich Hollaender und Hanns Eisler ab, die im Berlin der 1920er Jahre wirkten. Von der Zerrissenheit in nachkriegsbewegten Zeiten sprühen ihre Lieder. Zugleich sind sie aufmüpfig und scharfzüngig. Als nachdenklicher Klangfaden durch das Programm erweisen sich außerdem die eingestreuten, bittersüßen Klavierstücke des Franzosen Erik Satie.

Das Album wurde mit dem OPUS Klassik in der Kategorie „Ensemble/Orchester“ des Jahres 2019 ausgezeichnet.

Rezensionen

»Anders als bei Joyce DiDonato auf ihrem ähnlich angelegten Album gibt es hier vier, fast jahreszeitlich anmutende Aggregatszustände: Angst, Katastrophe, Vergänglichkeit, Sehnsucht. Darum gruppieren sich die mal anrührenden, mal deprimierenden Stücke von Eisler und Isaac, Scheidt und Satie plus anderen. Das ist großartig konzipiert und komponiert. Im Frühbarock wie im frühen 20. Jahrhundert. Und über allem schwebt reinigend, auch wenn man sich mal in der Gosse suhlt, der lupenreine Sopran der Dorothee Mields« (Rondo 10 / 2018)

»Nicht nur Dorothee Mields‘ Stimme und Musikalität sind bei den Liedern … ein berührendes Ereignis. Sie wird von der Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner mit Intensität und Einfühlsamkeit begleitet.« (Fono Forum, Februar 2019)

 

  • OPUS Klassik 2019
  • Dorothee Mields Sopran
  • Wolfgang Katschner
  • lautten compagney BERLIN
Nach oben