Il Pianto della Madonna

mit Corinna Harfouch & Dorothee Mields

„Il Pianto della Madonna“ – Marienklage

Vokal- und Instrumentalmusik von Claudio Monteverdi (1567-1643), Giulio Caccini (1551-1618) und Biagio Marini (1594-1663)
Rezitationen aus Ovids „Metamorphosen“ (Übersetzung von Hermann Heise)

Mit freundlicher Genehmigung des Verlags Königshausen & Neumann, Würzburg.
Ovid: Metamorphosen. In Prosa übertragen und mit einem Glossar versehen von Hermann Heiser (2019). ISBN: 978-3-8260-6793-8

Die Corona-Pandemie geht in das zweite Jahr und bestimmt unsere Gewohnheiten und die Themen des gesellschaftlichen Diskurses. Die lautten compagney hat mit dem Beginn des ersten Lockdowns im April 2020 begonnen, Konzerte als Livestreams anzubieten. Seitdem streamt das Ensemble immer wieder spannende Musikprojekte mit Gästen aus dem wunderbaren Theater im Delphi in Berlin Weißensee (bekannt geworden als Filmkulisse „Moka Efti“ in der Fernsehserie Babylon Berlin). Angetrieben von der unbändigen Leidenschaft zu musizieren, versehen mit einer tüchtigen Portion (Galgen-)Humor, einem eingeschworenen Teamgeist und viel kreativem Spirit, sind diese Termine zu wahren Geheimtipps geworden.
Das Programm „Il pianto della Madonna“ wurde für den Karfreitag 2021 entwickelt. Es enthält Musik und Texte, die zum Innehalten, Nachdenken und Mitfühlen in unserer daueraufgeregten Zeit anregen möchten.

Kaum ein Werk der römischen Literatur hat eine solche bis in die Gegenwart reichende Rezeption in fast allen künstlerischen Genres erfahren wie die „Metamorphosen“ Ovids. Seine Erzählungen von Dädalus und Ikarus, von Orpheus, Europa oder Narziss gehören zum europäischen Kulturgut. Was Ovid als Mythenerzähler vor anderen auszeichnet ist die tief- und feinsinnige Psychologie, mit der er die Szenarien seiner Geschichten vor uns ausbreitet. Und es ist seine unbescheidene Konzeption einer Zeiten überspannenden Darstellung von der Erschaffung der Welt bis in die eigene Gegenwart. Von Hermann Heiser liegt nun eine vollständig neue Prosa-Gesamtübertragung der Metamorphosen vor. Mit einer flüssigen, zeitgemäßen Erzählsprache, die sich dennoch nicht anbiedert, gelingt ihm die Gratwanderung zwischen Ovids epischem Erzählstil und seinem poetischen Anspruch. Er spricht bewusst ein breites Lesepublikum an, das nicht zwingend fachphilologische Voraussetzungen mitbringen muss, um sich mit Genuss und Gewinn auf den großen Erzähler einzulassen.

Hier ein Mitschnitt des Programmes vom Karfreitag 2021 (Sängerin: Pia Davila):

Mitwirkende

Corinna Hafouch gehört zu den wichtigsten Bühnen- und Filmdarstellern Deutschlands. Die in Suhl geborene Schauspielerin absolvierte Ihre Ausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“.
Nach ihrer Ausbildung ist sie auf allen wichtigen Bühnen zu sehen. Für ihre Theaterarbeit wurde Corinna Harfouch mehrfach ausgezeichnet: Sie erhielt u.a. 1997 den Gertrud-Eysoldt-Ring für herausragende schauspielerische Leistungen und wurde im selben Jahr für ihre Rolle des General Harras in ‚Des Teufels General‘, Regie Frank Castorf, von der Zeitschrift Theater heute zur Schauspielerin des Jahres gekürt.

Seit Ihrem Debüt vor der Filmkamera hat sie in mehr als 80 Film- und Kinoproduktionen mitgewirkt. Zu Ihren bedeutendsten Filmen gehören:
DAS VERSPRECHEN (1995) von Margarethe von Trotta, SEXY SADIE (1996) von Matthias Glasner,DAS MAMBOSPIEL (1996) von Michael Gwisdek, KNOCKIN‘ ON HEAVEN’S DOOR (1997) von Thomas Jahn, DER GROßE BAGAROZY (1999) von Bernd Eichinger, IRREN IST MÄNNLICH (1996) von Sherry Hormann,“Gefährliche Freundin“ (1996) von Hermine Huntgeburth FANDANGO (2000) von Matthias Glasner, „Vera Brühne“ (2001) von Hark Bohm, BIBI BLOCKSBERG (2002), „Blond: Eva Blond!“ (2002), DER UNTERGANG (2004) von Oliver Hirschbiegel, WHISKEY MIT WODKA MIT (2008) von Andreas Dresen, IM WINTER EIN JAHR (2008) Caroline Link,THIS IS LOVE (2009) von Mathias Glasner, GUILIAS VERSCHWINDEN (2010) von Christoph Schaub, FINSTERWORLD (2013) von Frauke Finserwalder, DER FALL BRUCKNER (2014) von Urs Egger, VIEL ZU NAH (2016) von Petra K. Wagner und LARA (2017) von Jan Ole Gerster..
Auch für Ihre Filmarbeiten wurde Corinna Harfouch mit vielen Preisen geehrt. U.a. dem Bayrischen Filmpreis, Adolf-Grimme-Preis, Deutscher Fernsehpreis, Deutscher Filmpreis, Deutscher Schauspoelpreis, Günther Rohrbach-Preis und Hessischer Filmpreis.

„So schön, so innig, so kostbar singen die Sopranarien nur wenige Kolleginnen auf der Welt.“ (Wolfram Goertz, Rheinische Post, 1.4.2020)
Dorothee Mields, Sopran, ist eine der führenden Interpretinnen für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts und wird von Publikum und Presse besonders für ihr einzigartiges Timbre und ihre berührenden Interpretationen geliebt. In der Spielzeit 2020/21 wirkt sie bei mehreren Tourneen des Collegium Vocale Gent mit. Sie konzertiert zudem u.a. mit dem Freiburger Barockorchester, der Staatskapelle Dresden, der Bachakademie Stuttgart, gastiert bei den Osterfestspielen Salzburg und gibt Kammermusikkonzerte mit Stefan Temmingh und Hathor Consort. Eine regelmäßige Zusammenarbeit verbindet die Sopranistin außerdem mit der Nederlandse Bachvereniging, L’Orfeo Barockorchester, dem RIAS Kammerchor, Orchestra of the 18th Century, Tafelmusik Baroque Orchestra Toronto, The English Concert, Klangforum Wien und dem Boston Early Music Festival Orchestra, sowie mit Dirigenten wie Stefan Asbury, Beat Furrer, Michi Gaigg, Paul Goodwin, Philippe Herreweghe, Emilio Pomàrico, Hans-Christoph Rademann, Andreas Spering, Masaaki Suzuki und Jos van Veldhoven. Sie ist gern gesehener Gast internationaler Festspiele wie dem Bachfest Leipzig, Boston Early Music Festival, Festival van Vlaanderen, Wiener Festwochen, Händel-Festspiele Halle, Musikfestspiele Potsdam, Styriarte Graz, Niedersächsische Musiktage, Musikfest Bremen, Mainzer Musiksommer, Heinrich-Schütz-Musikfest, Thüringer Bachwochen und Mosel Musikfest. Ein wichtiger Bereich ihres künstlerischen Schaffens sind Kammermusikprojekte, von denen „Duft und Wahnsinn“ mit Hille Perl und Lee Santana, „Birds“ und „Inspired by Song“ mit Stefan Temmingh und Boccherini „Stabat mater“ mit dem Salagon Quartett besonders erfolgreich sind. Bei Liederabenden arbeitet sie mit der Hamburger Ratsmusik, dem Boreas Quartett, Lee Santana, Wiebke Weidanz und Lucius Rühl. Mit dem G.A.P Ensemble stellt sie Werke von Bach und Schostakowitsch einander gegenüber. Dorothee Mields gibt Meisterkurse u.a. bei der Bachwoche Stuttgart und beim Tafelmusik Baroque Summer Institute in Toronto. Eine wachsende Diskographie mit etlichen preisgekrönten Aufnahmen dokumentiert ihr künstlerisches Schaffen. Besondere Beachtung fanden „Inspired by Song“ und „Birds“ mit Stefan Temmingh, „Händel“ mit Hille Perl, „War & Peace“ und Monteverdi „La dolce vita“ mit der Lautten Compagney Berlin (alle dhm), sowie Bachs „Kantaten für Solo-Sopran“ mit L’Orfeo Barockorchester und Boccherinis „Stabat Mater“ mit dem Salagon Quartett (beide Carus).

  • Corinna Harfouch Lesung
  • Dorothee Mields Sopran
  • lautten compagney BERLIN
  • Kai Weßler Textauswahl
  • Wolfgang Katschner Konzept & Programm
  • Wolfgang Katschner / Martin Ripper / Bo Wiget Arrangements
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