La Diva

Von allzu menschlichen Göttinnen der barocken Opernbühne

Sie herrschen, leiden, lieben und (ver)zweifeln – die großen Frauenfiguren der Barockoper sind keine Heiligen, sondern Menschen in Ausnahmezuständen. Octavia, verstoßen von Nero, Dido, verlassen von Aeneas, Kleopatra, siegreich in der Nieder lage. Was diese Figuren unsterblich macht, ist die Musik, die ihre Gefühle an Grenzen bringt – ein Seufzer, der sich zur Arie weitet, eine Koloratur, die zwischen Triumph und Schmerz kaum unterscheidet. Arien, die nicht beschreiben, was eine Figur fühlt, sondern in dieses Gefühl unmittelbar hineinversetzen.

Die Barockoper entwickelte dafür ein ganzes Arsenal an rhetorischen Mitteln – Affektfiguren, die nicht illustrieren, sondern die Emotion selbst werden. Johanna Kaldewei und die lautten compagney BERLIN erkunden gemeinsam diesen Reichtum: von Reinhard Keisers Hamburger Bühne über den Neapolitaner Leonardo Vinci bis zu Händels Londoner Meisterwerk »Giulio Cesare« – drei Stationen einer Kunst, die das Allzumenschliche in etwas Überirdisches verwandelt.

  • Johanna Kaldewei Sopran
  • lautten compagney BERLIN
  • Wolfgang Katschner Musikalische Leitung
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