TIME TRAVEL / DIE ANATOMIE DER MELANCHOLIE
Kalit 2026 - 400 Jahre John Dowland, Meister der Melancholie
Robert Burton hat dem Epochensignum der Schwermut im Jahr 1621 mit „The Anatomy of Melancholy“ ein berühmtes, bis heute immer wieder aufgelegtes Buch gewidmet. John Dowland benötigte zum Ausdruck dieses Lebensgefühls nur ganze vier Noten. Mit dem berühmten fallenden Tränenmotiv des diatonisch absteigenden Tetrachords schuf er ein Markenzeichen nicht nur seiner eigenen künstlerischen Persönlichkeit, sondern ein Emblem des ganzen elisabethanischen Zeitalters.
Dowlands Ayres sind einer der größten Schätze der britischen Musikgeschichte und Startpunkt einer Musiktradition des „Liedermachens“, die sich bis in die Neuzeit hindurchzieht und im Liverpool der 1960er Jahre einen weiteren Höhepunkt erreichte. Die „Fab Four“ lösten, wie Dowland zu Beginn des 17. Jahrhunderts, eine Welle der Euphorie aus und schufen ikonische Melodien, die heute zum festen Kanon gehören und Musiker*innen aller Genres begeistern. Im Abendkonzert beim diesjährigen KALIT Festival wollen wir zusammen mit der capella angelica diese beiden bedeutenden Punkte britischer Musik zusammenbringen. In der untergehenden Abendsonne treffen in der alten Maschinenhalle Neudorf Hits der Beatles auf die melancholische Musik John Dowlands.
- Daniel Calvo Valcarcel Saxophon
- Capella Angelica
- Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch
- lautten compagney BERLIN